Die neue Runde im Völkersberg ist eingeleutet

Unternehmer Kessels-Schweitzer und Steffens stellen Pläne für Parzellierung in Hergenrath vor

10. November 2018

Bauvorhaben Völkersberg Hergenrath 2018 BiHU
Quelle: Grenzecho, Illustration Kessels-Schweitzer / Steffens

Die Unternehmer Kessels-Schweitzer und Steffens haben bei der Gemeinde Kelmis einen erneuten Antrag auf Verstädterung der ca. 2 ha großen Fläche im Völkersberg in Hergenrath, Belgien gestellt. Der neue Verstädterungsplan weicht in einigen Punkten vom vorherigen abgelehnten Plan ab und in anderen Punkten bleibt er konstant.

 

Aus dem neuen Plan ist zu entnehmen, dass die Zufahrt zu der beantragten Siedlung nicht wie vorher geplant über das Waldgrundstück im Hammerbrückweg realisiert werden soll, sondern durch Abriss eines Einfamilienhauses in der Bahnhofstraße umgesetzt werden könnte. Die Blockbebauung in der Mitte der Siedlung ist umgewandelt worden in zwei Reihenhäuser mit je fünf Einfamilienhäusern. 

 

Unverändert geblieben ist, dass die beantragte Bebauungsdichte im Trinkwasserschutzgebiet Putzenwinkel deutlich von der gesetzlich zugelassenen nach oben hin abweicht. Gemäß dem Bauleitfaden "Bauen in Kelmis" liegt die ortsübliche Bebauungsdichte bei ca. fünf Wohneinheiten pro Hektar. Bei der geplanten Siedlung ist eine Bebauungsdichte von 18 Wohneinheiten pro Hektar beantragt wurden, welche dem etwa 3,5-fachen der gesetzlich zugelassenen Bebauungsdichte entspricht. Die Wallonie empfiehlt für Bebauungen im ländlichen Gebiet eine Bebauungsdichte von 10 Wohneinheiten pro Hektar. 

 

Wie bereits in der Vergangenheit dokumentiert, befinden sich in dem geplanten Siedlungsgebiet schützenswerte Spezies. Besonders hervorzuheben ist dabei die Gattung der Haselmäuse, welche in der gesamten EU vom Aussterben bedroht ist. Es ist aktuell durch den königlichen Vogelschutzbund (Ligue Royale Belge pour la Protection des Oiseaux) eine Klage anhängig, in welcher über die Schädigung  des Lebensraums dieser Tiere im Völkersberg zu entscheiden ist.

 

Der bisher bestehende Lebensraum der Haselmäuse soll durch die Siedlung zu größten Teilen zugebaut und so für die Tiere unbewohnbar gemacht werden.

 

Wie im Plan gut ersichtlich, grenzt die geplante Siedlung nach wie vor unmittelbar an das Natura 2000 Gebiet an und berücksichtigt dabei keine Schutzzone für den Nahrungsraum der dort lebenden Raubvögel (Uhu, Kätzchen, Waldkautz uvm.). Damit wird auch die Population der im Natura 2000 Gebiet lebenden Vögel stark beeinträchtigt, da sie keine ausreichende Jagdmöglichkeit für die Nahrungssuche mehr zur Verfügung haben, da sie im ehemaligen Steinbruch in den Felshöhlen leben und ihr Futter auf den umliegenden Feldern suchen. 

 

Wir haben die Akte noch nicht vollständig gesehen und können uns daher dazu noch nicht abschließend äußern. Der erste Eindruck vermittelt uns, dass versucht wurde, die schwierigen Aspekte der vorherigen Pläne auszubessern, dabei jedoch trotzdem weit über der gesetzlichen Baudichte geplant wurde und zudem keine ausreichenden naturrelevanten Schutzzonen berücksichtigt wurden.


"Wildwest" in Hergenrath

Rodung des vorhandenen Biotops von geschützten Tieren

12. Mai 2018

Am Vormittag von Samstag, den 12. Mai 2018 erschienen im Völkersberg in Hergenrath vier Personen, wovon zwei mit Kettensägen ausgestattet waren. Zwei dieser Personen sind Eigentümer der zur Verstädterung beantragten Flächen im Völkersberg.

 

Kurz nach ihren Eintreffen fingen diese an die dort vorhandene Brache, welche ein Biotop für vom Aussterben bedrohten Tiere ist niederzusägen.  Diese zerstörte Fläche wurde in einer Studie im März 2018 durch die Université catholique de Louvain (UCL), 1348 Louvain-la-Neuve, Belgien als Lebensraum für europäisch geschützte Tiere bestätigt. 

 

Mitglieder der BiHU VoG wurden umgehend informiert und eilten zum Ort. Die Polizei wurde gerufen und sprach mit den Schädigern. Diese unterbrachen Ihre Tätigkeit und sind weggefahren. Nach kurzer Zeit kamen vier Personen zurück und setzten ihr zerstörerisches Werk in kürzester Zeit durch. Es wurden ca. 90% des Lebensraumes zerstört.

 

Es ist unfassbar, dass diese skrupellose Tat zur Zeit der Aufzucht der Jungtiere erfolgte und somit die nächste Generation geschädigt wurde und ein wesentlicher Teil der geschützten Population wahrscheinlich ausgerottet wurde. 

 

 

 

Das Foto auf der linken Seite wurde in 2016 durch die Umweltorganisation NABU, Aachen erstellt. 

 

Es zeigt das Biotop in einem hervorragenden Zustand, welcher eine idealen Lebensraum für die auf europäischer Ebenen geschützten Tiere bietet.

 

 

 

 

 

 

Die vier unteren Bilder sind nach der Zerstörung vom 12. Mai 2018 am 14. Mai 2018 aufgenommen worden und zeigen das zerstörte Biotop.   


Versuch der Zerstörung eines Biotops

24. März 2018

Am frühen Morgen um 8:15  Uhr am Samstag, den 24. März 2018  wurde durch zwei Mitarbeiter der Firma KS Bau PGmbH, Kelmis versucht im beantragten Verstädterungsgebiet im Völkersberg in Hergenrath ein nachgewiesener Lebensraum von Haselmäusen und benachbarten Erimiten mit Kettensägen zu zerstören, um dem Wunsch einer Genehmigung für eine Verstädterung im Völkersberg näher zu kommen.

 

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Planung einer Bergwerksmine

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Beantragungsgebiet für Bergwerksminenerschließung

Im Bereich Plombières, Kelmis, Gemmenich, Raeren, Lontzen, Eupen, Aubel, Welkenraedt, Limbourg, Baelen und Hombourg sind Probebohrungen für eine Gründung einer Bergwerksmine zum Abbau von Zink, Blei, Schwermetallen, Seltenen Erden und Edelmetallen auf einer Fläche von 146 Km² geplant. Weitere Infos unter Projekte laufende Projekte.



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