Schulungsangebote und Projektkooperationen im Bereich Umweltschutz

Europäische Solidaritätskorps, Heike Zimmermann
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Schlagkräftig sein gegen die Zerstörung unserer Umwelt

Willst du dich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren und aktiv etwas gegen die Zerstörung unserer zukünftigen Lebensgrundlagen unternehmen? Warst du vielleicht dabei bei `Fridays for Future´-Demonstrationen oder Protestaktionen im Hambacher Forst in Deutschland? Oder beteiligst du dich an Online-Petitionen und andere Social-Media-Kampagnen?

An solchen Protestaktionen beteiligen sich oft viele Menschen mit hohem persönlichem Einsatz. Leider bleibt ihr Einsatz allzu oft erfolglos und der Wald wird trotzdem abgeholzt, die Schnellstraße oder das Neubaugebiet oder das Braunkohleabbaugebiet werden dennoch gebaut. Das kann verständlicherweise zu Enttäuschung, Frust, Wut oder Ohnmachtsgefühlen führen.  

Es gibt aber andere, teils deutlich erfolgreichere Wege, sich für den Erhalt der Umwelt einzusetzen. Mit dem richtigen Wissen über rechtliche Bestimmungen eröffnen sich höchst wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten, die von Umweltaktivist*innen bisher viel zu selten genutzt werden.

Wenn du dir dieses Wissen aneignest und es auf die richtige Art und Weise an den richtigen Stellen einsetzt, wirst du vieles in Bewegung setzen und dich sehr effektiv für den Erhalt der Umwelt einsetzen können.

Gemeinsam mit anderen interessierten jungen Menschen kannst du ein Projekt auf die Beine stellen, bei dem ihr zunächst in mehreren kleineren Schulungen das notwendige Wissen erwerbt und es dann an einem konkreten Umweltschutzprojekt in eurer Nähe praktisch anwendet. Wenn ihr diese Art der Umweltschutzarbeit einmal kennengelernt habt, habt ihr ein legales Werkzeug, mit dem ihr euch sehr effizient gegen Missstände im Umweltbereich zur Wehr setzen und viel in Bewegung bringen könnt.

Die Schulungsinhalte können je nach Interesse und Vorkenntnissen variieren, im Kern gleichbleibend sollte der Fokus aber vor allem auf den Regelungen, Institutionen und Handlungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene liegen, da  Umweltprobleme keine nationalen Grenzen kennen.

Folgende Seminarhinhalte sind angedacht:

  1. Allgemeine Informationen zur europäischen Umweltgesetzgebung. Kennenlernen der wichtigsten Richtlinien und Verordnungen, u.a. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) und Vogelschutzrichtlinie (2019/147/EG). Vorstellung der relevantesten Institutionen, z.B.  Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union in Brüssel und deren Partner. Erläuterung der Möglichkeiten auf Basis der Judikative, z.B. wie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg im Umweltbereich arbeitet.
  • Im zweiten Teil werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie man in einem konkreten Fall gegen die umweltschädigenden Handlungen vorgehen kann. Es wird aufgezeigt, mit welchen Institutionen man kooperieren kann, um Analysengrundlagen zu schaffen, die gegen die anzufechtenden Schädigungen als Grundlage dienen können. Hierzu zählen Universitäten und deren Institutionen, wie das Institut für Biologie II an der RWTH Aachen. Im Fokus ist hierbei insbesondere das Instrumentarium der Umweltverträglichkeitsprüfung.
  • Im dritten Teil werden die rechtlichen Grundlagen und verfahrenstechnischen Schritte erarbeitet, um die beschriebene Schädigung erfolgreich anzufechten. Der Fokus liegt vor allem auf der Arbeit mit den Portalen der Europäischen Union, z.B. EUR-Lex oder das Suchformular CURIA des Europäischen Gerichtshofs. Anhand von praktischen Fallbeispielen wird gemeinsam eine Anfechtungsgrundlage erarbeitet.
  • Im vierten Schritt geht es um die Institutionen, bei denen man gegen  umweltschädigende Handlungen auf Basis der vorhergehenden Schritte intervenieren kann. Exemplarisch benannt werden Umweltämter, Verwaltungsgerichte, Strafbehörden und europäische Institutionen. Dabei wird auch darauf eingegangen, wie die dafür notwendigen rechtlichen Begleiter gefunden und beurteilt werden können.
  • Im fünften Teil geht es um das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Es wird erörtert und dargelegt, welche Maßnahmen sinnvoll sind für eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit.
  • Ebenfalls thematisiert wird die Frage der Finanzierung solcher Projekte. Es wird erklärt, wie dies z.B. durch die Einbindung von Stiftungen oder Fundraising gelingen kann.

Nach den Schulungen geht es an die praktische Umsetzung anhand eines konkreten Fallbeispiels aus eurem lokalen oder regionalen Umfeld. So könnt ihr das erworbene Wissen gleich anwenden und ein erstes Mal in der Praxis austesten.

Am Ende des Projekts solltet ihr in der Lage sein, euch auch in anderen Zusammenhängen und eigenständig besser und nachhaltiger gegen die Zerstörung unserer Umwelt zur Wehr setzen zu können.

 

Kontaktiere uns über unser Mailadresse info@bihu.eu oder über das Kontaktformular dieser Webseite.