Dioxin- und Furanverdacht Mülldeponie Hammerbrücke

Mitglieder der Bürgerinitiative Hergenrath Umwelt BiHU haben bei Wanderungen durch unsere schöne Natur entlang der Geule wahrgenommen, dass unterhalb der stillgelegten Kalkbrennöfen im Bereich der Hammerbrücke auf der Hauseter Seite, Flüssigkeiten aus dem Boden austreten, die eine Zerstörung der dort wachsenden Vegetation zur Folge haben.

Bei Recherchen stellte sich heraus, das es sich bei dem Gelände unterhalb der stillgelegten, unter Denkmalschutz stehenden, Kalkbrennöfen um eine Haus- und Industriemülldeponie handelt, welche bis Ende der 70-Jahre durch mehrer Gemeinden genutzt wurde.

Während des Betriebs der Deponie wurden zur Verringerung des Volumens der Deponie große Mengen Altöl über den Müll ausgegossen und entzündet. Durch die Verbrennung von PVC und Altöl bei niedrigen Temperaturen entstehen Dioxine und Furane, welche mit zu den giftigsten Stoffen zählen, die wir in unsere Umwelt einbringen können.

Diese offene Verbrennung der Abfälle hat über viele viele Jahre stattgefunden. Die ehemalige Deponie liegt auch unmittelbar neben dem Bach Geule, der sich im Natura-2000-Gebiet befindet.

Mitglieder der Bürgerinitiative BiHU haben sich im Jahr 2003 mit der Bitte der Überprüfung der Sickerwässer auf toxische Stoffe an die Gemeinde Kelmis gewendet.

Die Notwendigkeit der Untersuchung wurde nicht gesehen. Trotz langjährigem Nachfragen wurden keine geeigneten Untersuchungen beauftragt. Durch BiHU-Mitglieder in Auftrag gegebene Voruntersuchungen im Jahr 2006 bei der Firma GEOTAIX Umwelttechnologie GmbH, Würselen, welche der Behörde vorgelegt wurden und eines durch Mitglieder der BiHU bei der RWTH Aachen, Institut Bio 5, Herr Prof. Dr. Toni Ratte in Auftrag gegebenen Universitätsgutachtens, wurden keine tiefer gehenden Analysen der Sickerwässer durch die Behörde durchgeführt.

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Gutachten RWTH
Anlage_D_Seite_1_RWTH_Gutachten_Sickerwa
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Im Jahr 2015 hat sich ein Mitglied der Bürgerinitiative Hergenrath BiHU an die Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt, gewendet mit der Bitte zu überprüfen, inwieweit ein Verstoß gegen Europäisches Gemeinschaftsrecht vorliegt und eine Gefährdung unserer Gesundheit besteht. Die Europäische Union, hat daraufhin einen Ortstermin angeregt, bei welchem Vertreter der Wallonischen Region Forstdirektion, der Gemeinde Kelmis, der Europäischen Union Generaldirektion Umwelt und ein Vertreter der Bürgerinitiative Hergenrath Umwelt BiHU vor Ort waren und im Einvernehmen vereinbart wurde, daß Sickerwasser durch ein zertifiziertes Analyselabor untersuchen zu lassen. Dies geschah auch kurzfristig nach dem Treffen.

 

Das Ergebnis der Untersuchung des ISSeP, Institut scientifique de servive public, Liège wurde durch die Gemeinde Kelmis im Jahr 2015 bekannt gegeben. Es besteht ein Grundrauschen an Dioxinen und Furanen, welches aber in so geringen Mengen ist, dass es unterhalb der Grenzwerte der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland ist und so kein Handlungsbedarf besteht. Das bedeutet aber auch, dass die Dioxine und Furane in den zurückliegenden Jahren durch Niederschlagswasser ausgeschwemmt worden sind und in die unterhalb verlaufende Geule eingemündet sind.

 

Aktuell besteht kein Handlungsbedarf.

 

Das Schreiben der Gemeinde vom 13. August 2015 mit dem Analysebericht kann hier herunterladen werden.

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Bericht zum Deponiesickerwasser
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Mülldeponie Hauset Hergenrath BiHU Dioxin Furan
Mülldeponie Hergenrath Hauset BiHU Dioxin Furan
Ehemalige Kalkbrennöfen Hauset Hergenrath Mülldeponie BiHU Dioxin Furan
Foto: Alfred Berta: Geschichte von Hergenrath

Ehemalige Kalkbrennöfen Hergenrath Hauset BiHU Mülldeponie Dioxin Furan
Dicht bewachsener Kalkbrennofen
Mülldeponie Hergenrath Hauset BiHU Dioxin Furan
Unter diesem Weg befindet sich die Mülldeponie
Mülldeponie Hergenrath Hauset BiHU Dioxin Furan
Die Geule fließt unmittelbar danach in das Trinkwasserschutzgebiet der Trinkwasseraufbereitungsanlage Putzenwinkel in Hergenrath

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