Laub- und Mischwald

Baumfalke

Falco subbuteo

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Baumfalke
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 132

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 132

Wissenswertes

Seine sichelförmigen Schwingen tragen den Baumfalken so schnell durch die Lüfte, dass er auch Mauersegler einholt und Fledermäuse im Fluge schlägt.

Wendig und geschickt jagt er Libellen nach, packt sie mit den Fängen, führt sie zum Schnabel und verschlingt sie, ohne im Fluge innezuhalten. Mit größerer Beute lassen sich Baumfalken auf einem Ast oder am Boden nieder, bevor sie ihr Opfer kröpfen.

Diese schönen Falken scheinen aus reinem Vergnügen zu fliegen.

 

Sie überschlagen sich in der Luft, gleiten mit dem Rücken nach unten und drehen, einzeln oder in Familien­gruppen, ihre Loopings.

Beim Balzen ziehen beide Partner segelnd ihre Kreise. Zuweilen stößt das Männchen auf das Weibchen wie zum Angriff zu. Wenn das Männchen einen kleinen Vogel gefangen hat, steigt es hoch in die Luft, fliegt im Sturzflug zum Weibchen und übergibt ihm die Beute im Flug.

 

Baumfalken brüten im Juni in lichten Wäldern oder im offenen Gelände auf einzelnstehenden Bäumen in alten Krä­hen- oder Sperbernestern oder gar Eichhörnchenbauten. Wenn die jungen Baumfalken im Juli schlüpfen, haben die Eltern kaum Nahrungssorgen, denn dann gibt es die meisten Schwalben. In Mitteleuropa ist der Baumfalke viel seltener als der Turinfalke, aber sein Bestand ist nicht so katastrophal zurückgegangen wie beim Wanderfalken oder Sperber.

 

Kennzeichen

KENNZEICHEN: schiefergrauer Rücken; schwarze Bartstreifen, Brust und Unterseite weiß mit schwarzen Streifen; rostrote Schenkel; Weib­chen etwas größer als das Männchen; sieht wie ein kleiner Wander­falke und im Fluge wie ein großer Mauersegler aus.

 

BRUT: bezieht verlassene Nester hoch auf Bäumen, oft Nadelbäumen; das Weibchen legt im Juni meist 3 gelbliche, stark rot- oder gelbbraun gesprenkelte Eier und brütet sie hauptsächlich selbst in 28 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Jungen verlassen nach 28-32 Tagen das Nest.

 

NAHRUNG: Heuschrecken, Libellen und andere  

 

 


Eichelhäher

Garrulus glandarius

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Eichelhäher
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 157

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 157

Wissenswertes

 Wegen seines prächtig gefärbten Gefieders und dem durch­dringenden „Rätsch“ fällt der Eichelhäher fast das ganze Jahr über auf. Er bringt auch zahlreiche andere Laute hervor, darunter ein leises gluckendes Geschwätz. Vor allem ist er ein vielseitiger Spötter, der etwa das „Hiäh“ des Mäuse­bussards täuschend nachahmt. Nur zur Brutzeit verhält er sich heimlicher und ist kaum zu sehen, wenn er unter dichtem Blattwerk von Ast zu Ast huscht.

 

Mehr als unsere anderen Rabenvögel hält sich der Eichel­häher im Wald auf. Er bevorzugt aufgelockerten Wald mit dichtem Unterwuchs im Sommer. Auch in den Parks und Gärten der Städte bleibt er meist in der Nähe von Bäumen. Im Herbst sammelt er Eicheln und vergräbt sie im Boden. Wenn dann im Winter das Futter knapp ist, stillt er seinen Hunger aus solchen Vorratskammern. Da vergessene Eicheln später zu keimen beginnen, haben Eichelhäher vor Beginn der Forstwirtschaft auf diese Weise jahrtausendelang für die Verbreitung der Eichenwälder in Europa gesorgt.

Bei ihren ‚Spielen’ zeitig im Frühjahr jagen sich die Vögel gegenseitig in schwerfälligem Flug. Beim Balzen nimmt der Eichelhäher eine Imponierhaltung ein, spreizt die Flügel und fächert den Schwanz. Außerhalb der Brutzeit ziehen die Vö­gel paarweise oder in kleinen Trupps umher.

 

Kennzeichen

 

 KENNZEICHEN: zart weinrötliches Gefieder; blaue, schwarz gebänderte Flügeldecken; schwarzweiß gestreifte Scheitelfedern; weißer Bürzel, der im Flug aufleuchtet; beide Geschlechter gleich.

 

BRUT: beide Partner bauen in einem Gebüsch oder auf einem Baum, meist 1-6 in über dem Boden, ein Nest aus Zweigen und kleiden es mit Wurzelfasern aus; das Weibchen legt ab April bis Juni meist 3-6 grünliche, olive-braun gesprenkelte Eier und brütet sie in etwa 16 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Jungen verlassen nach etwa 20 Tagen das Nest.

 

NAHRUNG: Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse, Heidelbeeren; Eier und junge Vögel; im Frühjahr und Sommer Insekten und deren Larven; gelegentlich Würmer, Mäuse und Eidechsen.


Fitis

Phylloscopus trochilus

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Fitis
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 143

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 143

Wissenswertes

 Beide Vögel ähneln sich so sehr, dass sie nur an ihren Stim­men leicht voneinander zu unterscheiden sind. Den Gesang des Zilpzalp zeichnet ein monotones hohes „Zilp-zalp“ aus — manchmal mit eingeschobenem leisem „Tzr-tzr-tzr“, das nur auf kurze Entfernung zu hören ist. Das flüssige Lied des Fitis erinnert entfernt an den Buchfinkenschlag, ist aber weicher, langsamer und klingt wehmütiger. Zilpzalp und Fi­tis singen ab April, der Fitis bis Juni, der Zilpzalp bis Juli und oft wieder im Herbst vor dem Wegzug. Beide rufen „huit“, das jedoch vom Zilpzalp einsilbig „huit“ betont wird.

 

Sie sind in Wäldern oder Heidegebieten, Feldgehölzen und großen Gärten mit reichem Baumbestand zu Hause. Der Fi­tis bevorzugt die Strauchregion, der Zilpzalp hält sich lieber in Bäumen auf, da er zum Singen einen Sitzplatz in minde­stens 5 m Höhe braucht. Er kommt als erster Zugvogel bei uns an und bleibt oft bis in den Oktober hinein. Der Fitis erscheint gewöhnlich erst 14 Tage später und zieht zwei bis drei Wochen früher weg, denn nach Südafrika hat er einen viel weiteren Weg als der Zilpzalp, der schon in den Mittel­meerländern überwintert.

 

Beide Vögel werben meist nur mit einem langsamen Balz­flug. Der Fitis baut sein Nest versteckt am Boden, der Zilp­zalp fast immer etwas erhöht in niedrigem Gebüsch.

 

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: beide Arten mit grünem bis olivbraunem Gefieder; der Fitis hat spitzere Flügel als der Zilpzalp und manchmal fleischfarbene Beine; beide unterscheidet im Freien ihr ganz verschiedener Gesang.

 

BRUT: die Weibchen bauen kugelförmige Nester aus Moos und trockenem Gras und polstern sie mit Federn aus; Ende April bis Anfang Mai legen sie meist 6-7 weiße Eier, beim Fitis mit rotbraunen Punkten oder Flecken, beim Zilpzalp mit purpurbraunen Tupfen, die sie in etwa 13 Tagen ausbrüten; die beim Fitis von beiden Eltern, beim Zilpzalp nur vom Weibchen gefütterten Nestlinge sind nach ungefähr 13 Tagen flügge.

 

NAHRUNG: vorwiegend kleine Insekten, deren Eier und Larven. Die Beute wird im Flug gefangen oder auch abgelesen oder heraus gestochert.


Mönchsgrasmücke

Sylvia atricapilla

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Mönchsgrasmücke
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 142

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 142

Wissenswertes

 Unter den 19 in Mitteleuropa brütenden Arten der Grasmückenfamilie, zu der auch Laubsänger, Schwirle und Rohrsänger gehören, kann man

die Mönchsgrasmücke an ihrer beim Männchen glänzendschwarzen, beim Weibchen rotbraunen Kappe und dem wohlklingenden Gesang am leichtesten erkennen.

Das Männchen singt meist von einem gut versteckten Singplatz in der Nähe des Nestes aus. Nach einem zwitschernden Vorgesang

schwingt es sich zum Überschlag auf, einer geflöteten Schlussstrophe mit eingeflochtenen Motiven aus dem Gesang anderer Vögel, die plötzlich abbricht. Die Mönchsgrasmücke ruft

schnarrend "tscharr" oder erregt in schneller Wiederholung "tack" oder "täck", wenn sie beunruhigt ist.

Mönchsgrasmücken gehören zu den verbreitetsten Brutvögeln Mitteleuropas. Sie

kommen im April an und nisten in Wäldern, Büschen und Gärten mit Brombeergestrüpp, Rosenhecken und immergrünen Sträuchern wie

Rhododendren. Ihre locker geflochtenen Nester hängen wie Körbe an benachbarte Pflanzen. Bei der Nahrungssuche bleiben sie meist im Gebüsch verborgen, oder sie fliegen ruckartig von einem Versteck zum anderen.

Beim Balzen richtet das Männchen die Scheitelfedern auf und plustert sein Körpergefieder, manchmal lässt es die Flügel hängen, ein andermal schlägt es damit, oder es fächert den Schwanz und stellt ihn auf.

 

Kennzeichen

 KENNZEICHEN:

graubraune

Oberseite; das Männchen hat eine glänzendschwarze Kopfplatte, das Weibchen

eine rotbraune.

 

BRUT: vornehmlich

das Weibchen baut im Gebüsch oder sonst in dichtem Bewuchs ein

nicht sehr stabiles Nest aus trockenem Gras und legt es

mit Haaren und Würzelchen aus; ab Mai bis Juli legt es 4-6 (meist 5) weiße, grün angehauchte, braun marmorierte Eier, die beide Eltern in etwa 12 Tagen ausbrüten; beide füttern die jungen, die nach ungefähr 10 Tagen das Nest verlassen.

 

NAHRUNG: Fliegen und andere Insekten sowie deren Larven; im Herbst Früchte und Beeren aller Art, die Wald und Garten bieten.


Sumpfmeise

Parus palustris

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Sumpfmeise
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 152

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 152

Wissenswertes

Diese beiden Graumeisen muss man schon in der Hand hal­ten, um die kaum merklichen Unterschiede in der Färbung festzustellen. Besser kann man sie an Ruf und Gesang

auseinanderhalten.

 

Die Sumpfmeise ruft laut „pistjäh“ und zeternd

„zjä-dädä“. Die einzelnen Töne sind nicht so gedehnt wie beim breiten „Däh“ der Weidenmeise, das oft mehrfach wiederholtwird und rauer klingt. Manchmal wird es durch ein helles „Zit-zit“ eingeleitet. An ihrem Gesang sind beide noch leichter zu unterscheiden. Die Sumpfmeise klappert da­bei einförmig „djep-djep-djep“; die Weidenmeise singt zwei verschiedene Strophen: das gereihte, kräftige „Djü-djü­djü“

erinnert sehr an die Pfeifstrophe im Gesang des Wald­laubsängers, während die andere, mit hellen Pfeiftönen durchsetzte flüssige Strophe in rascher Folge trillernd vor­getragen wird.

Sumpfmeisen haben keinen ausgeprägten Hang zu sumpfi­gem Gelände und Weidenmeisen nicht zu Weiden; beide Arten halten sich meist im Walde, vorzugsweise in feuchter Umgebung

auf. Ihr Balzzeremoniell ist auch für andere Meisen­vögel typisch: das Männchen posiert mit geplusterten Federn, hängenden Flügeln und gestelztem Schwanz vor dem Weibchen.

 

Kennzeichen

 

KENNZEICHEN:

beide Arten mit graubrauner Oberseite und matter bräunlich-weißer Unterseite; die Kopfplatte bei der Sumpfmeise glän­zend schwarz,

bei der Weidenmeise russ-schwarz; Weidenmeise mit hel­lem Flügelfleck; am besten durch ihre Rufe und ihren Gesang zu unter­scheiden.

 

BRUT:

die Sumpfmeise baut in einer natürlichen Höhle ein Nest, mit Moos

unterlegt und mit Haaren und Dunen gepolstert; die Weiden­meise meißelt in morsches Holz selbst eine Höhle, verwendet die Holz­späne und Fasern als Nistmaterial und Haare zum Polstern; beide Mei­sen

legen ab April bis Anfang Mai meist 6-8 weiße, rotbraun gespren­kelte

Eier, die das Weibchen in etwa 14 Tagen ausbrütet; beide Eltern füttern die Jungen, die nach ungefähr 16 Tagen das Nest verlassen.

 

NAHRUNG:

kleine Insekten, deren Larven und Eier; gegen Herbst und Winter hin mehr kleine Sämereien und auch Beeren.

 


Hohltaube

Columba oenas

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Hohltaube
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 134

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 134

Wissenswertes

 Hohltauben nisten in vorhandenen Höhlen. Seit es wegen der intensiven Forstwirtschaft an natürlichen Baumhöhlen mangelt, sind sie auf die vom Schwarzspecht aufgegebenen Höhlen angewiesen. Wohl deshalb sind sie seit der Jahrhundertwende in Mitteleuropa seltener geworden. Man kann ihnen aber -wie in einigen Gegenden der Schweiz - mit Erfolg durch künstliche Nisthöhlen helfen. Gelegentlich kommen Hohltauben auch am Stadtrand vor, aber nicht in der Innenstadt wie die viel zahlreicheren Ringeltauben.

 

Wo immer sie nisten, ihr Futter müssen sie sich von Wiesen und Feldern holen. Im Herbst suchen sie sich, mitunter in Gesellschaft von Ringeltauben, ihre Nahrung auf Stoppelfeldern und bevorzugen Samen vom weißen Gänsefuß, Knöterich und anderen Unkräutern. Im Frühjahr sehen sie sich besonders nach Hornkraut und Ackersenf um, bei dem sie auch im Sommer bleiben. Sie ziehen ihn sogar Getreidekörnern vor.

 

Ihr heiseres Gurren, ein hohl klingendes "Huhwiip-huh-wiip" , unterscheidet sich deutlich vom Rucksen der Ringeltaube. Beim Balzflug fliegen beide Partner im Kreise herum und gleiten dabei manchmal mit hochgestellten Flügeln. Hohltauben sind gesellige Vögel, die an geeigneten Plätzen sogar in aufgelockerten Kolonien brüten. Trotzdem kommt es unter den Männchen zu Streitigkeiten um das Revier. Sie bedrohen sich gegenseitig und schlagen mit den Flügeln zu.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: ähnlich der Felsentaube, aber ohne weißen Bürzel; je 2 kurze schwarze Flügelbinden; kleiner als die Ringeltaube und ohne den auffallenden weißen Flügelspiegel; Geschlechter gleich.

 

BRUT: nistet meist in Höhlen von Bäumen, Gebäuden und Felsen, auch in Nistkästen und sogar in Kaninchenbauten; kein Nistmaterial; Gelege Ende März bis September aus meist 2 weißen Eiern, die beide Partner in etwa 17 Tagen ausbrüten; die von den Eltern gefütterten Nestlinge sind nach ungefähr 4 Wochen flügge; meist 2, oft auch 3 Bruten im Jahr.

 

NAHRUNG: Unkrautsamen und Körner; wenige tierische Nahrung, vor allem Kokons von Regenwürmern.


Kleiber

Sitta europaea

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Kleiber
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 153

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 134

Wissenswertes

 Seinen Namen verdankt der Kleiber der angeborenen An­gewohnheit, den Eingang zu seiner Nisthöhle mit Lehmzu verkleben. Nüsse klemmt er zwischen die Baumrinde und knackt sie, indem er mit seinem starken, spitzen Schnabel wie mit einem Beil auf sie einhackt. Im Walde wird man oft durch dieses Klopfen auf ihn aufmerksam. Er geht die Nuss auch von oben an, denn er ist der einzige Vogel Europas, der mit dem Kopf voran an Baumstämmen nach unten klettert.

Der Kleiber ruft gern. In seiner breiten Skala von Laut­äußerungen ist ein metallisches „Tuit-tuit-tuit“ die bekann­teste. Meisenartig lockt er mit „sit“, ruft ärgerlich hastig „twät-twät-twät“ oder erregt vibrierend „tirr“. Bereits an milden Wintertagen hört man seinen lauten wohlklingenden Gesang, ein weithin schallendes, auf und ab gezogenes „Tüh-tüh“, das im Hochgefühl zu einem langen Triller verdichtet wird. Seine Pfeiftöne - darunter das schallende „Wihs-wihs“ - könnten von einem Gassenjungen stammen.

 

Bei der Balz vollführt das Männchen oft einen langsamen Imponierflug, oder es nimmt eine Imponierhaltung mit ge­plustertem Gefieder, gespreizten Flügeln und gefächertem Schwanz ein.

Der Kleiber baut sein Nest in Baumhöhlen meist über 2 m vom Boden; er bezieht aber auch Nistkästen oder legt sein Nest mitunter in einer Mauer oder in einem Heuschober an.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: schwarzer Augenstreif; weiße Kehle; blaugraue Ober­seite; zimtbraune Unterseite; klettert oft an Bäumen mit dem Kopf voraus nach unten; beide Geschlechter gleich.

 

BRUT: baut meist in einer Baumhöhle ein Nest aus (Kiefern-)Rinden­stücken und trockenem Laub; um größere Vögel fernzuhalten, wird der Einschlupf oft mit Lehm verengt; das Weibchen legt Ende April bis Mai 6-10 weiße, rotbraun gefleckte Eier und brütet sie in etwa 14 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Nestlinge sind nach ungefähr 24 Tagen flügge.

 

NAHRUNG: vorwiegend Haselnüsse, Bucheckern, Eicheln; auch Käfer, Ohrwürmer und kleine Raupen.


Mäusebussard

Buteo buteo

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Mäussebussard
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 127

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 127

Wissenswertes

 Mäusebussarde sind zwar unsere häufigsten Greifvögel, aber auch ihre Zahl nimmt schon ab. So zählte man in Bayern seit 1961 weit weniger Bussarde als in früheren Jahren. Im Winter erhalten die Mäusebussarde Mitteleuropas Zuzug aus Nordeuropa, der den Wegzug eines Teils der heimischen Vögel gen Süden wieder wettmacht. Zu den Wintergästen gehört auch der nach seinen befiederten Läufen benannte Rauhfußbussard, den man im Fluge an der breiten dunklen Binde fast am Ende des übrigen weißen Schwanzes erkennt.

 

Mäusebussarde nisten im Wald, suchen sich ihre Beute aber über offenem Gelände. Erspähen sie dort mit ihren scharfen Augen eine Maus oder einen Käfer, dann sieht man sie zu Boden stürzen. Oft rütteln sie auch, indem sie die Flügel gegen den Aufwind richten. Wenn sie im Balzflug kreisen, hört man ihr ,Hiäh`. Dazwischen lassen sie sich fast zu Boden fallen, überschlagen sich oder drehen sich in der Luft.

Wenn Krähen und Dohlen auf einen Bussard hassen, fliegt er mit langsamem Flügelschlag davon und lässt seine Verfolger ungeschoren. Nur bei gezieltem Angriff dreht er sich um und versucht seine Gegner mit den Fängen zu fassen.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: breite Flügel und breiter gerundeter Schwanz; Färbung schwankt zwischen Weiß und Schwarzbraun; meist Oberseite dunkelbraun. Unterseite weiß mit dunklen Bändern und Streifen; der hellere Rauhfußbussard hat längere Flügel, weißen Schwanz mit breiter dunkler Endbinde und weißlich befiederte Läufe (beim Mäusebussard unbefiedert gelb).

 

BRUT: Mäusebussarde bauen auf hohen Bäumen einen klobigen Horst aus dürren Zweigen, der oft mit Blättern verziert ist; das Weibchen legt ab Ende April bis Anfang Mai meist 2-3 weiße, schokolade- oder rotbraun gefleckte Eier, die beide Eltern in etwa 36 Tagen ausbrüten; die von ihnen versorgten Jungen verlassen nach ungefähr 45-50 Tagen das Nest. Der Rauhfußbussard brütet in der Tundra auf dem Boden.

 

NAHRUNG: meist Feldmäuse und andere Kleinsäuger; auch Aas; manchmal Vögel, Regenwürmer, Schnecken, Raupen, Eidechsen, Käfer; auch Fische.


Nachtigall

Luscinia megarhynchos

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Nachtigall
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 148

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 148

Wissenswertes

 Nachtigallen und die nah verwandten, etwas dunkler ge­färbten Sprosser machen sich allein durch ihren klangvollen Gesang bemerkbar.

Beide lieben dichtes Unterholz und reiche Bodenvegetation. Der Sprosser ist unbedingt an feuchtes Gelände wie Bruchwald gebunden, die Nachtigall nicht.

 

Trotz ihres Namens singt die Nachtigall auch tagsüber oft. Ihr kunstvolles Lied kommt allerdings am besten zur Gel­tung, wenn die Männchen in der Abendstille um die Wette singen. Sie locken damit Weibchen an, die eben - zehn Tage nach den Männchen - aus ihren afrikanischen Winterquar­tieren zurückgekehrt sind. Tagsüber singt das Männchen auch, um andere von seinem Revier fernzuhalten.

Klangfülle, Vielseitigkeit der Motive und seine Kraft ma­chen den Gesang der Nachtigall unvergesslich. Er setzt sich aus rauen und flüssigen Tonfolgen zusammen, die rasch wie­derholt werden; hierzu gehört auch ein sehr lautes „Tschuck­tschuck-tschuck“, das beim Sprosser tiefer klingt, und ein zar­tes flehendes „Pju“, das langsam in ein Crescendo übergeht. Es fehlt im Lied des Sprossers. Zu den Rufen beider Vögel zählen ein weiches „Huit“, ein hartes „Teck-teck“ und zwei Warnrufe: das schimpfende „Karr“ und das heisere „Tschäh“.

Beim Balzen hebt und senkt das Männchen den gefächerten Schwanz, schlägt mit den Flügeln und streckt den Kopf nach unten, bis es mit dem Schnabel einen Punkt erreicht hat, der tiefer als sein Standort liegt.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: braunes Gefieder mit rotbraunem Schwanz; helle Un­terseite; weißliche Kehle; Sprosser sehr ähnlich, Kropf und Brust hell gewölkt; beide Geschlechter gleich.

 

BRUT: das Weibchen baut sehr versteckt am oder unmittelbar über dem Boden aus trockenem Laub ein Nest und kleidet es mit trockenem Gras und Haaren aus; es legt im Mai meist 5 olivgrüne oder dunkelolive- braune Eier und brütet sie in etwa 14 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Jungen verlassen nach ungefähr 11-12 (Sprosser 9-10) Ta­gen das Nest.

 

NAHRUNG: Bodeninsekten; auch Spinnen, Regenwürmer; einige Beeren


Ringeltaube

Columba palumbus

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Ringeltaube
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 135

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 135

Wissenswertes

Solange diese größte unserer Tauben in den Wäldern bleibt, verzehrt sie mit Vorliebe Eicheln, Bucheckern, Nadelholzsamen, Knospen und Beeren. Aber auf den Feldern gibt es für den Landwirt keinen größeren Feind unter den Vögeln als die harmlos aussehende Ringeltaube. Von Januar bis März fällt sie auf Kleeschläge und bei Schnee in Massen auf Rosenkohlfelder ein und tut sich an den grünen Blättchen gütlich. Im zeitigen Frühjahr frisst sie das Saatkorn, Erbsen, Ackersenf und wildes Senfkorn; im Sommer das reife und reifende Getreide; im Herbst findet sie ihr Futter zwischen den Stoppeln.

 

Ringeltauben haben sich in den letzten Jahren trotz schar­fer Jagd ziemlich schnell vermehrt. Im Jagdjahr 1968/69 wurden in der Bundesrepublik 342000 Ringeltauben (sieben­mal soviel wie Rebhühner) geschossen, davon allein in Nordrhein-Westfalen 205000.  In den Parks und Gärten der Städte sind sie oft so zahm geworden, dass sie aus der Hand fressen.

Ihr meist fünfsilbiger Gesang - das bekannte Rucksen - klingt wie: „kuu-kuu ku-ku ku“. Beim Balzen fliegt das Männ­chen steil hoch und klatscht oben mit den Flügeln. Zur Wer­bung am Boden gehören Verneigen, gegenseitiges Schnäbeln und Fütterung als Gunstbezeigung.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: Kopf, Hals und Schwanz grau; dunkle Endbinde am Schwanz; im Alterskleid grün und purpurn am Hals mit weißem Fleck; Rücken und Flügel graubraun mit weißem Flügelspiegel; Brust rötlich- grau; Geschlechter gleich.

 

BRUT: das Weibchen baut in Bäumen, auch Büschen, Efeu, auf Mauer­vorsprüngen und sogar am Boden aus Zweigen ein flaches Nest, zu dem auch das Männchen Material herbei schafft; legt zwischen April und Juli, ja bis September 2 weiße Eier, die beide Partner in 17 Tagen aus­brüten; die von den Eltern zunächst mit Kropfmilch (einem im Kropf gebildeten Sekret) und später mit Feldfrüchten gefütterten Jungen sind nach 16-20 Tagen selbständig; meist 2, mitunter auch 3 Bruten im Jahr.

 

NAHRUNG: vorwiegend Getreide, Klee und Kohl, auch Wildfrüchte und Samen; in den Städten auch Brot und Speisereste.


Rotmilan

Milvus milvus

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Rotmilan
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 130

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 130

Wissenswertes

Unser nächst den Adlern stattlichster Greifvogel, der Rot­milan, früher ‚Gabelweib’ oder ’Königsweih’ genannt, war bis ins 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weit verbreitet. Schon vor über 100 Jahren begann er seltener zu werden und um die Jahrhundertwende war er aus vielen von ihm einst dicht besiedelten Gebieten (fast) ganz verschwun­den. Seit 40 Jahren nimmt er an Zahl langsam wieder zu. 1965 zählte man in der Bundesrepublik 400 brütende Paare und 500 in der DDR. Milane haben offenbar gelernt, Müll­abladeplätze und ähnliche Nahrungsquellen mehr als früher und vor allem im Winter zu nutzen. Einst war der Rotmilan in Mitteleuropa fast ausschließlich Zugvogel, heute überwin­tert er in Niedersachsen und Bayern schon in ganzen Trupps.

 

Getragen von ihren langen, schmalen, im  "Handgelenk’" ab­gewinkelten Flügeln können Rotmilane, ohne zu ermüden, stundenlang segelnd kreisen, wobei sie den Boden nach klei­nen Säugetieren absuchen. Mit ihrem langen gegabelten Schwanz steuern sie. Zur Balzzeit vollführen Rotmilanpär­chen wahre Kunststücke in der Luft und lassen sich im Sturz­flug zu Boden fallen wie viele Greifvögel. Ihr Ruf, ein kläg­liches „Hiäh“, wird häufig zu einem wiehernden Triller ver­längert. Ihren aus trockenen Zweigen gebauten und mit Schlamm verkitteten Horst legen sie mit Wolle, Moos, Haa­ren, Papier und Lumpen aus.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: rostbraunes Gefieder mit gestreiftem weißem Kopf; schlanker Körper; schmale Flügel, im Flug stark nach hinten abgewin­kelt; tief gegabelter Schwanz; Weibchen etwas matter.

 

BRUT: beide Partner bauen hoch auf Bäumen einen Horst aus dürren Zweigen und Lehm; das Weibchen legt im April oder Mai meist 2-3 weiße, rotbraun gesprenkelte Eier und brütet sie in etwa 30 Tagen aus; beide Eltern füttern; die Jungen verlassen nach 50-55 Tagen das Nest.

 

NAHRUNG: kleine Säugetiere, Kaninchen, verendete Schafe, eben flügge gewordene Krähen und Möwen; Würmer und Frösche; schmarotzen bei anderen Greifvögeln; dem Mäusebussard entreißen sie die Beute in der Luft.


Trauerschnäpper

Ficedula hypoleuca

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Trauerschnäpper
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 146

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 146

Wissenswertes

Wenn der Trauerschnäpper sich im Wald einen natürli­chen Nistplatz erobern will, kann er sich schwer gegen Rotschwänze und Meisen durchsetzen. Im Hügelland, wo er gern brütet, fehlt es oft an geeigneten Höhlen. Nur dank zahlreicher Nistkästen konnte er sein Brutgebiet in letzter Zeit erweitern.

Zu ihrem Suchflug nach Insekten starten Trauerschnäpper gewöhnlich von einem Zweig aus, machen einen seitlichen Ausfall und schnappen in geschickter Drehung ihre Beute. Dann lassen sie sich, mit Flügeln und Schwanz zuckend, wie­der nieder und schauen nach neuer Beute aus. Selten kehren sie wie Grauschnäpper zum gleichen Sitz zurück. Sie lesen In­sekten auch am Boden oder an Baumstämmen auf, an denen sie sich gelegentlich wie Meisen festklammern. Halsband­schnäpper verhalten sich wie Trauerschnäpper. Ihre Brutge­biete schließen sich meist aus; wo sie sich überlappen, kommt es ausnahmsweise zu Bastardierung beider Arten.

 

Der rhythmische Gesang des Trauerschnäppers beginnt schleppend mit „di writze writze“, danach klingt er, auf und ab gezwitschert und gepfiffen, etwa wie „diple diple diple“. Das langsame Lied des Halsbandschnäppers ist kürzer und einfacher. Beim Locken ruft er „sieb“, der Trauerschnäpper schwalbenartig „wuit“ oder kurz und manchmal wiederholt „tju“.

Kennzeichen

 KENNZEICHEN: Männchen an der Oberseite schwarz; Stirn, Unterseite und Flügelbinde weiß; beide Geschlechter im Herbstkleid olive-braun mit bräunlich weißen Binden an Flügeln und Schwanzseiten; Halsband­schnäpper ähnlich, aber mit durchgehendem weißem Halsband.

 

BRUT: das Weibchen baut in einer vorhandenen Höhle, 1-12 Meter über dem Boden, aus Blättern ein Nest und kleidet es mit Gras, Haaren und Federn aus; es legt Mitte Mai meist 5-8 hellgrün-blassblaue Eier und brütet sie in etwa 13 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Jun­gen verlassen nach ungefähr 14 Tagen das Nest.

 

NAHRUNG: Insekten, die im Flug gefangen, aber auch abgelesen wer­den; zuweilen Regenwürmer, Raupen; im Spätsommer auch Beeren.


Schwanzmeise

Ficedula hypoleuca

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Schwanzmeise
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 151

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 146

Wissenswertes

Schwanzmeisenpärchen gehen schon Anfang März daran, in der Astgabel eines Baumes oder in einem Gebüsch, zwischen 1,5 bis 20 m über dem Boden, kunstvoll ihr typisch eiförmiges, fast geschlossenes Nest aus Moos, Spinnweben und Tierhaaren zu flechten. Das Flugloch liegt seitlich, fast an der höchsten Stelle. Das Nest wird von innen nach außen gebaut. Ist es im Rohbau fertig, dann polstern es die Vögel mit Federn (manchmal bis zu 2000) aus und tarnen es außen mit Spinnweben. Es wird gerade noch rechtzeitig fertig, um Anfang April bis Ende Mai die Eier aufzunehmen. Innen ist das Nest so eng, dass die Eltern ihren langen Schwanz über den Rücken bis zum Kopf hochschlagen müssen, wenn sie hineinschlüpfen wollen.

Während der Brutzeit trifft man Schwanzmeisen an Waldrändern und Lichtungen; sie brüten aber auch in Gärten, freilich nicht so häufig wie Kohl- und Blaumeisen, denen die heute zahlreichen Nistkästen zur Verfügung stehen. Nach Einbruch des Winters bleiben sie meist in den Wäldern und verbringen die Nächte in Gruppen, dicht gedrängt auf einem Ast. Beim Balzflug jagen sich die Partner entweder in schnellem Flug durch das Laub, oder das Männchen fliegt allein umher. Einen eigentlichen Gesang hat die Schwanzmeise nicht, nur ein leises, klirrendes Liedchen und verschiedene Rufe: ein feines ,Si-si‘ und ein warnendes ,Scrrrp-scrrrp‘.

Kennzeichen

 KKENNZEICHEN: der schwarzweiße Schwanz (Pfannenstielchen) ist länger als der Körper; Gefieder rosa, schwarz und weiß; Geschlechter gleich. In Westdeutschland mit schwärzlichen Streifen an den Kopfseiten, in Polen weißköpfig, in Mitteldeutschland teils weiß-, teils streifenköpfig.

 

BRUT: in das kunstvolle ovale Nest legt das Weibchen Anfang April bis Anfang Mai meist 8-12 weiße, rotbraun getupfte Eier und brütet sie in etwa 16 Tagen aus; die Jungen verlassen nach ungefähr 14 Tagen das Nest; bei ihrer Fütterung werden die Eltern oft von einem Nachbarpärchen unterstützt, das kein Gelege zustande gebracht hat.

 

NAHRUNG: meist kleine Insekten und Spinnen; Samenkörner, Knospen.


Singdrossel

Turdus philomelos

BiHU Vogelführer Natur Hergenrath Singdrossel
Foto: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, Verlag DAS BESTE GmbH, 1973, S. 150

Schutzstatus: ohne

Quelle: Das Reader's Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas, DAS BESTE GmbH, 1973, S. 150

Wissenswertes

Wenn eine Singdrossel ruckartig über eine Wiese läuft und ihren Kopf auffallend schräg zur Seite neigt, dann horcht sie nicht, ob ein Wurm

im Boden bohrt — auch wenn ihr Regenwürmer gut schmecken — sondern hält nach Nahrung

Ausschau, denn ihre Augen liegen seitlich. Ihr Lieblingsgericht sind Schnecken, deren Gehäuse sie auf geeigneten Steinen (als

Ambosse) zertrümmert. An Resten von Schneckenschalen erkennt man solche Drosselschmieden.

 

Das Gelege himmelblauer Eier in der Nestmulde der Singdrossel gehört zu den Symbolen des Frühlings; ihr Lied vermittelt dagegen die Vorfrühlingsstimmung. Die oft mehrmalige

Wiederholung der lauten und klaren Motive unterscheidet ihren Gesang von dem der Misteldrossel und der Amsel. Nach ihrem Lockruf einem kurzen "Zip", wird sie auch Zippe genannt.

Singdrosseln sieht man zwar nicht selten in Städten, aber sie brüten hier nicht so zahlreich wie Amseln, die viel früher eingewandert

sind. Im Winter bleiben sie auch nur ausnahms‑

weise in einer Stadt zurück, denn sie haben sich in Mitteleuropa trotz günstiger Bedingungen noch nicht zu Standvögeln entwickelt. Meist kehren sie aber schon früher im Jahr aus ihren

Winterquartieren in den Mittelmeerländern zurück und im März hallen die Wälder in der Dämmerung von ihren jubelnd vorgetragenen Liedern wider.

Kennzeichen

 

KENNZEICHEN: braune Oberseite;

die an der Brust stark dunkelbraun

gefleckte Unterseite geht am Bauch in Weiß über; kleiner als die Mistel‑

drossel und ohne weißliche Schwanzfedern; beide Geschlechter gleich.

 

BRUT: in Büschen, Hecken und auf Bäumen, besonders halbhohen Fich‑

ten, bauen beide Partner aus trockenem Gras und welkem Laub ein

großes, tiefes, napfförmiges Nest, das immer mit Schlamm verschmiert

wird; das Weibchen legt ab März bis Juli 4-6 hellblaue, schwarz gesprenkelte Eier und brütet sie in 12-14 Tagen aus; die von beiden Eltern gefütterten Nestlinge sind nach 13-14 Tagen flügge; brütet meist zwei- bis dreimal im Jahr.

 

NAHRUNG: Schnecken, Regenwürmer,  Insekten, Larven, Früchte, Samen.